Hans-Nüchter-Sternwarte, Fulda Fördergemeinschaft Volks- und Schulsternwarte Fulda e.V.
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Hans-Nüchter-Sternwarte

09. Mai 2016 Merkurtransit

Über Fulda lies sich bei hervorragenden Wetterbedingungen ein noch selteneres Schauspiel als eine Mond- oder Sonnenfinsternis am Himmel beobachten: beginnend in den Mittagsstunden bis in den Abend des 9. Mai hin zieht der Merkur über der Sonne entlang.


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016


Merkurtransit 2016

Das Ereignis lässt sich selbst bei leichter bis mittlerer Bewölkung noch sehr gut beobachten, allerdings nur mit astronomischen Geräten sowie entsprechenden Sonnenschutzvorkehrungen (anderenfalls führt dies zu schweren Augenschäden bis zur Erblindung!). Im Vergleich zur Sonne erscheint der Merkur nur als sehr kleiner, schwarzer Punkt, so dass er auch nicht durch Aufsetzen von für Sonnenfinsternisse angebotenen Sonnenschutzbrillen sichtbar sein wird.

Die Hans-Nüchter-Sternwarte in Fulda bietet daher sowohl mit ihrem großen 30cm-Spiegelteleskop auf dem Dach der Freiherr-vom-Stein-Schule als auch mit kleineren Geräten im Schulhof sichere und detaillierte Beobachtungsmöglichkeiten an.

Der Kontakt des Merkur mit der Sonne beginnt um 13:12 Uhr (MESZ) und endet erst kurz vor Sonnenuntergang um 20:42 Uhr (die Sonne geht in Fulda um 20:54 Uhr unter).


Merkur

Aufnahme des Merkur von MESSENGER
Foto: NASA

Der Merkur

Seit Herabstufung des Pluto im Jahr 2006 in die Klasse der Zwergplaneten ist Merkur der kleinste Planet im Sonnensystem - und mit einer Bahngeschwindigkeit von fast 50 km/s zudem der schnellste: sein Durchmesser beträgt knapp 4880 km und er umrundet die Sonne als sonnennächster Planet in gerade einmal 88 Tagen. Sein durchschnittlicher Abstand zur Sonne beträgt 58 Mio. Kilometern, allerdings ist seine Bahn nicht gerade sehr kreisförmig, sie ist die exzentrischste aller Planeten: sein sonnennächster Abstand (das Perihel) liegt bei 46 Mio. Kilometern, der sonnenfernste (das Aphel) bei fast 70 Mio. Kilometern.

Merkur besitzt einige weitere, ungewöhnliche Merkmale, speziell die sog. gebrochen gebundene Rotation, d.h. er dreht sich während zweier Umläufe um die Sonne dreimal um sich selbst, d.h. einmal in 59 Tagen um sich selbst - und er besitzt einen unverhältnismäßig großen Eisenkern, der den Wissenschaftlern nach wie vor Rätsel aufgibt. Merkur besitzt aufgrund seiner Nähe zur Sonne keine Atmosphäre, dementsprechend hoch sind seine Temperaturen: auf der Tagseite bis 430 °C, auf der Nachseite gehen die Temperaturen allerdings bis auf -170 °C runter.

Die Bahn des Merkur

Merkur überholt aufgrund seiner schnellen Umlaufzeit auf der inneren Bahn um die Sonne die Erde etwa alle 116 Tage. Da er sich dabei zwischen Sonne und Erde befindet, kann es zu einer Bedeckung kommen, im Prinzip der gleiche physikalische Vorgang wie bei einer Sonnenfinsternis, wo der Mond vor der Sonne entlang zieht.

Die Bahn des Merkur ist um etwa 7 Grad gegenüber der Erdbahn geneigt. Dadurch ergeben sich zwei (fiktive) Schnittpunkte, die in der Astronomie als Bahnknoten bzw. Knoten bezeichnet werden. Für einen Merkur-Transit muss sich Merkur im engeren Bereich dieser beiden Knoten befinden, wodurch sich nur zwei Zeitfenster für einen Durchgang ergeben: zum einen zwischen dem 6. und 11. Mai und zum anderen zwischen dem 6. und 15. November. Jeweils am 9. Mai sowie am 11. November stehen die beiden Knotenpunkte exakt vor der Sonne. Daher kann also überhaupt nur während dieser sog. unteren Konjunktion ein Merkur-Transit für uns auf der Erde sichtbar stattfinden. Er tritt daher entsprechend selten auf: nur alle dreieinhalb bis zehn bzw. dreizehn Jahre und ist somit deutlich seltener als Mond- und Sonnenfinsternisse. Der letzte bei uns in Deutschland sichtbare Merkur-Transit war im Jahr 2003.

Der Merkurtransit vom 08.11.2006

Der letzte Merkur-Transit im Jahr 2006 war von Europa aus nicht sichtbar, überwiegend nur im pazifischen Raum.


Merkurtransit

Merkurtransit vom 08.11.2006
Foto: NASA


Merkur 2006

Merkur (etwa in der unteren Bildmitte) 2006, links am Rand ein großer Sonnenfleck, rechts einige kleinere
Foto: wikipedia/Brocken Inaglory


Merkur 2006

Foto: wikipedia/edhiker

Die Termine für die nächsten Transits sind am 11.11.2019 (13:34 - 19:04 MEZ), ein weiterer folgt dann am 13.11.2032 (07:41 - 12:07 MEZ) und am 7.11.2039 (08:17 - 11:15 MEZ).

Der Merkur-Transit am 9.5.2016

Der erste Kontakt des Merkur mit der Sonne findet um 13:12 Uhr (MESZ) statt und endet erst kurz vor Sonnenuntergang (die Sonne geht in Fulda um 20:54 Uhr unter). Nach drei Minuten ist der zweite Kontaktpunkt erreicht, Merkur befindet sich nun vollständig über der Sonne. Die Mitte seiner Bahn erreicht er dann um 16:57 Uhr. Der dritte Kontaktpunkt, zum Austritt, ist um 20:39 Uhr und nach weiteren drei Minuten, um 20:42 Uhr (4. Kontaktpunkt), ist das Ende dieser Merkur-Passage erreicht.


Merkur 2016

Als schwarzer Punkt zieht Merkur von links nach rechts über die Sonnenscheibe hinweg
Grafik: Aloys König

Wer den Transit live und unter sachkundiger Führung miterleben möchte: die öffentliche Veranstaltung beginnt um 12:45 Uhr auf der Hans-Nüchter-Sternwarte in Fulda (50° 33´ 16´´ N, 09° 41´ 52´´ O), auch bei schlechte(re)m Wetter.

Als Begleitung zu den Teleskopbeobachtungen bietet Aloys König außerdem um 14:30, 16:30, 18:30 und 20:45 Uhr ausführliche und informative Bildvorträge an, u.a. auch mit Aufnahmen eines Merkurs-Transits, der vom Mars aus aufgenommen wurde. Aufgrund der Dauer des Transits bis in die Abendstunden hinein bieten sich gute Gelegenheiten für Hobbyastronomen und Interessierte zum Erfahrungsaustausch, sich mit Ihren Fragen einmal ausführlich zu befassen oder sich überhaupt das erste Mal mit dem Thema Himmelskunde eingehend zu beschäftigen.

Alle großen und vor allem auch die kleinen Astronomie-Fans sind dazu herzlich eingeladen.

Aloys König

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(c) Wilhelm-Foerster Sternwarte Berlin